Morgens halb Sechs in Deutschland...

    So da war es also. Mein erstes Shooting auf TFP-Basis (Time for Prints).

     

    Hatte ich doch tatsächlich eine Anfrage für ein Shooting von einem Hobbymodel bekommen. Vor einem Jahr hätte ich mir noch nicht einmal im Traum vorstellen können, eines Tages mit einem Model oder echten Kunden shooten zu dürfen.

     

    Wir hatten uns natürlich ein nicht ganz einfaches Shooting ausgesucht, denn es sollte ein Sonnenaufgangsshooting werden.

    Da ich ein Mensch der Planung bin, wollte ich natürlich mal wieder alles ganz 100 % vorbereiten. Das legte ich dann aber schnell wieder ab, denn das Wetter kann man nicht planen und ganz wichtig "es ist mein Hobby, meine Leidenschaft nicht meine Arbeit". Also musste das Ganze kommen wie es kommt (das ist übrigens mein neuer Lieblingsspruch!).

    Nach gefühlten 20 Anläufen hat es dann endlich an einem Samstag kurz vor der Sonnwende gelappt (Achtung ganz clever, wenn man ein Sonnenaufgangsshooting machen möchte).

     

    Die Spannung stieg! Am Abend vor dem Shooting ging ich früh zu Bett. Natürlich konnte ich erst mal nicht einschlafen vor lauter Aufregung. Hat dann aber doch geklappt, leider aber nur bis halb drei. Naja was solls. Ein kleiner Trost war der Gedanke an das Model, das sich vor dem Shooting auch noch stylen muss und bestimmt nicht mehr mit einer Tasse Tee auf dem Sofa lümmeln kann.

    Kurz vor halb sechs machte ich mich dann auf den Weg zu meinem Model und unserer Location. Schön zu sehen das auch so ein Model nur ein Mensch ist und ein wenig aufgeregt sein kann.

     

    Wir legten dann auch gleich los. Ich fühlte mich Anfangs ein bisschen wie bei einer schweren Prüfung. Die Tage zuvor hatte ich mir noch ein paar Gedanken über das Posing gemacht und Bilder von anderen Fotografen und Models studiert.  Aber alles was ich mir so schön im Kopf ausgemalt hatte, war durch die Aufregung einfach verschwunden. Beim Model und mir herrschte ein wenig Unsicherheit. Ohh je… und nun? Erst einmal durchatmen und mich von meinen Gedanken der Perfektion befreien.

     

    Das war glaube ich das Beste was mir an diesem Tag passieren konnte. Wir fingen an die nicht so gelungenen Bilder zu diskutieren, entwickelten daraus neue Posen, testeten verschiedene Hand- und Beinstellungen, versuchten aus verschiedenen Winkeln und Blickrichtungen zu fotografieren und hatten Freude an den Bildern die uns danach gelungen waren. Das lockerte die Stimmung mehr und mehr auf und wir bekamen wieder mehr Sicherheit.

     

    Es hat mega Spaß gemacht und ich finde es hat sich gelohnt so früh aufzustehen, denn das Licht ist um diese Uhrzeit einfach zauberhaft (habe mir aber geschworen das nicht so schnell wieder zu machen, zumindest nicht um die Zeit der Sonnwende).

     

    Fazit: Ich habe viel aus diesem Shooting und vor allem den Bildern gelernt. Mehr als ich aus Büchern, Zeitschriften und anderen Medien bisher in der Theorie lernen konnte. Ich verstehe nun besser warum ein Bild „funktioniert“ und warum nicht.


    Danke Evelyn für das wunderbare Shooting und das was ich daraus mitnehmen durfte.

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    Kommentare: 1
    • #1

      Marlene Weber (Sonntag, 07 Juni 2015 17:27)

      Wunderbare Bilder!